Das Rainhaus verfolgt mit seinem Wohnkonzept einen inklusiven Charakter.
Es bietet ein Zuhause für Menschen mit Behinderung sowie für Menschen die einen besonderen Bedarf auf günstigen Wohnraum haben. Das Ziel ist ein gutes und gelingendes Miteinander im
Das Rainhaus verfolgt mit seinem Wohnkonzept einen inklusiven Charakter.
Es bietet ein Zuhause für Menschen mit Behinderung sowie für Menschen die einen besonderen Bedarf auf günstigen Wohnraum haben. Das Ziel ist ein gutes und gelingendes Miteinander im Rainhaus. Nachbarschaftliche Hilfe ist hierbei erwünscht, die Mieter/-innen unterstützen sich gegenseitig, wo es möglich und nötig ist. Somit können die Ressourcen und Fähigkeiten der Personen genutzt werden, um bestehende Bedarfe zu decken.
Neben dem inklusiven Wohncharakter hat das Rainhaus ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. Es handelt sich hierbei um kein gewöhnliches Haus.
Das Haus ist Symbol und Denkmal des großen sozialen Engagements und der Fürsorge für Kranke und Leidende seitens Spital und Stadt Lindau. Dieser Gedanke wird nun erneut aufgegriffen im Rahmen des Projekts Rainhaus. Die Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung e.V. (Kreisvereinigung Lindau) hat das Haus übernommen und saniert, es stehen 17 Wohneinheiten zur Vermietung zur Verfügung. Der inklusive Wohncharakter ist hierbei von besonderer Bedeutung. Das Rainhaus vereint somit Denkmalschutz, Wohnraum und sozialen Zweck miteinander.
Die Geschichte
1586 als Quarantänestation für Epidemiezeiten von Hans Furttenbach erbaut. Wenn in Familien die Pest ausbrach, wurden gesunde Familienmitglieder einquartiert – 40 Tage lang, bis sie als rein galten. Daher sein ursprünglicher Name „Reinhaus“.
1628 Während der Pestepidemie wurde es als „Pfleghaus“ bezeichnet.
1792 – 1815 Während der Napoleonischen
1586 als Quarantänestation für Epidemiezeiten von Hans Furttenbach erbaut. Wenn in Familien die Pest ausbrach, wurden gesunde Familienmitglieder einquartiert – 40 Tage lang, bis sie als rein galten. Daher sein ursprünglicher Name „Reinhaus“.
1628 Während der Pestepidemie wurde es als „Pfleghaus“ bezeichnet.
1792 – 1815 Während der Napoleonischen Kriege diente das Rainhaus als Militärlazarett.
1805 ist das Rainhaus im Besitz des Hospitals.
1808/1809 wird es als Armenbeschäftigungshaus bezeichnet. Der Tuchmacher Kern, bzw. nach weiteren Recherchen Joseph Renn aus Tettnang lässt Webstühle als Erwerbsmöglichkeit für die Armen aufstellen.
1820 Kauf durch die Stadt Lindau, Nutzung als Krankenhaus.
1868 als Schulhaus genutzt.
1868 bis 1872 Umbau zu Wohnungen, Nutzung des Rainhauses als „Armenhaus“.
1901: Rückkauf durch die Stadt Lindau, Vermietung als Sozialwohnungen
2014: Die Lebenshilfe übernahm das Haus von der Stadt Lindau und plant inklusives Wohnen in 17 Appartements.
Das ist noch Blindtext. Wir in der Lebenshilfe setzen uns dafür ein, dass Menschen mit Behinderung das volle Recht auf Leben zugestanden wird. Ihre Menschenwürde darf nicht angetastet werden. Deshalb unter- stützen wir sie und ihre Familien – ein Leben lang.
Das Landesamt für Denkmalpflege beurteilt das Rainhaus als Baudenkmal von herausragender Bedeutung. Der Renaissancebau wurde 1586 als Fürsorgeeinrichtung von der Stadt Lindau als freistehender, weit außerhalb der Inselstadt situierter Solitärbau errichtet.
„An den Giebelseiten besitzt das Gebäude Treppengiebel (wie auch das historische Rathaus auf
Das Landesamt für Denkmalpflege beurteilt das Rainhaus als Baudenkmal von herausragender Bedeutung. Der Renaissancebau wurde 1586 als Fürsorgeeinrichtung von der Stadt Lindau als freistehender, weit außerhalb der Inselstadt situierter Solitärbau errichtet.
„An den Giebelseiten besitzt das Gebäude Treppengiebel (wie auch das historische Rathaus auf der Insel) und an den Traufseiten mittige Zwerchhäuser. Das repräsentative äußere Erscheinungsbild ist auf weithin sichtbare Fernwirkung angelegt. Das Gebäude wird mittig an der Traufseite von einem durchlaufenden Flur mit Treppe ins Obergeschoß erschlossen. Die bauzeitliche Grundrissdisposition hat sich wohl weitgehend unverändert erhalten.“ (LfD)
Hans Furttenbach, der Onkel des bedeutenden Ulmer Architekten Joseph Furttenbach (1591 - 1667), war Baumeister des Rainhauses.
Karl Bachmann (Lindauer Museumsverein, Neujahrsblatt 35, 1995, S. 46) vermutet, das Haus sei ursprünglich im Auftrag des Rats der Stadt für genesende und gesunde Lindauer Bürger, deren Behausungen von der Pest infiziert waren (gewissermaßen als Ausweichquartier / Quarantänestation) errichtet worden. Der Name Rainhaus sei von den „rein“ Gewordenen, d.h. den Genesenen, abzuleiten.
Es gibt vermutlich nur sehr wenige Quarantänehäuser des Spätmittelalters und der beginnenden Neuzeit, die derart repräsentativ gebaut wurden. Dieter Jetter* stellt fest: „Den unzählbar vielen Leproserien (Sondersiechen-Einrichtungen für Lepra-Kranke) stehen in Europa nur wenige Pesthäuser gegenüber.“ Und weiter: „Alles zusammengenommen sind aber kaum 100 Pesthäuser bekannt, die jedoch noch wenig erforscht worden sind.“ – „Von etwa der Hälfte der heute nachweisbaren Pesthäuser kennt man ohnehin nur noch den Namen, kaum die Lage und oft keine zuverlässige Jahreszahl.“
Somit ist das Rainhaus ein europaweit äußerst seltenes Beispiel der Gesundheitshygiene in Pestzeiten; dazu ein herausragendes Denkmal patrizischer Baukultur in Lindau. Zusätzlich ist es Symbol und Denkmal des großen sozialen Engagements und der Fürsorge für Kranke und Leidende seitens Spital und Stadt Lindau.
Das inklusive Wohnprojekt Rainhaus bietet ein Zuhause für Menschen, betreut in der Lebenshilfe, mit einem hohen Grad an Selbständigkeit und Menschen, die einen besonderen Bedarf an günstigem Wohnraum haben.
Dieses Projekt gibt Raum für ein gutes und gelingendes Miteinander.
Nachbarschaftliche Hilfe ist erwünscht, die Mieterinnen und Mieter können
Das inklusive Wohnprojekt Rainhaus bietet ein Zuhause für Menschen, betreut in der Lebenshilfe, mit einem hohen Grad an Selbständigkeit und Menschen, die einen besonderen Bedarf an günstigem Wohnraum haben.
Dieses Projekt gibt Raum für ein gutes und gelingendes Miteinander.
Nachbarschaftliche Hilfe ist erwünscht, die Mieterinnen und Mieter können sich einbringen in die Gemeinschaft. Ressourcen und Fähigkeiten können genutzt und dort eingesetzt werden, wo bestehender Bedarf ist.
Quartiersmanagement unterstützt mit Gemeinschaftsangeboten das Projekt.
Das erste Gemeinschaftsangebot ist schon entstanden, die Gruppe "Gartenfreunde" trifft sich, um zu überlegen, wie der Garten genutzt werden kann und wer sich einbringen möchte, bei der Gartenarbeit mit anzupacken.
Wohnungen
Das Rainhaus beherbergt 17 Wohnungen mit 2-3 Zimmern. Die Wohnungen sind nach neuestem Stand ausgebaut. Unter Bewahrung des historischen Charmes sind sie sehr gut gelungen. Zur Zeit sind alle Wohnungen vermietet.
Wenn Sie sich für die Warteliste bewerben möchten, dann finden Sie hier das Bewerbungsformular. Die Aufnahme-Kriterien sind im Formular
Das Rainhaus beherbergt 17 Wohnungen mit 2-3 Zimmern. Die Wohnungen sind nach neuestem Stand ausgebaut. Unter Bewahrung des historischen Charmes sind sie sehr gut gelungen. Zur Zeit sind alle Wohnungen vermietet.
Wenn Sie sich für die Warteliste bewerben möchten, dann finden Sie hier das Bewerbungsformular. Die Aufnahme-Kriterien sind im Formular zu finden.
Kulturerbe Rainhaus
Der Verein Kulturerbe Rainhaus e.V. unter dem Vorsitz von Werner Berschneider hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Denkmal und Kulturerbe Rainhaus zu schützen und zu erhalten. Er setzt sich ein für eine gute Nutzung des Hauses und unterstützt auch weiterhin die Lebenshilfe dort wo das denkmalgeschützte Gebäude besonderen Aufwand in der Erhaltung
Der Verein Kulturerbe Rainhaus e.V. unter dem Vorsitz von Werner Berschneider hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Denkmal und Kulturerbe Rainhaus zu schützen und zu erhalten. Er setzt sich ein für eine gute Nutzung des Hauses und unterstützt auch weiterhin die Lebenshilfe dort wo das denkmalgeschützte Gebäude besonderen Aufwand in der Erhaltung benötigt.
Die Mitglieder des Vereins waren in beispiellosem Engagement seit Gründung des Vereins dabei, zu helfen und mit anzupacken, wenn es um Ausräumen, Säubern usw. ging. Sie haben in vielen Aktionen ganz viel Schutt und altes Material aus dem Haus geräumt. Sie unterstützten die Lebenshilfe engagiert bei Arbeiten, die während der Bauphase rund ums Rainhaus erforderlich waren. Auch nach der Einweihung ist der Erhalt des Hauses den Mitgliedern des Vereins ein wichtiges Anliegen.
Wir danken von Herzen für die großartige Unterstützung so vieler engagierter Menschen und Institutionen, sie alle machten das Projekt, das heute als ein strahlend schönes Schmuckstück da steht, erst möglich.
Förderer:
Landesamt für Denkmalpflege
Bayerische Landesstiftung
Bezirk Schwaben
Aktion Mensch
Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Landkreis Lindau
Wir danken von Herzen für die großartige Unterstützung so vieler engagierter Menschen und Institutionen, sie alle machten das Projekt, das heute als ein strahlend schönes Schmuckstück da steht, erst möglich.
Förderer:
Landesamt für Denkmalpflege
Bayerische Landesstiftung
Bezirk Schwaben
Aktion Mensch
Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Landkreis Lindau
Stadt Lindau
Leader Projekt
Rainhaus-Förderverein
Privatspenden
Ganz besonders möchten wir erinnern an Frau Dr. Maria Berschneider, die mit einer großen privaten Spende sowie ihrem tatkräftigen Einsatz massgeblich am Erhalt des Rainhauses mitgewirkt hat. Leider hat sie die Einweihung nicht mehr miterleben können. Wir sind ganz sicher, sie wäre sehr stolz darauf, wie das Rainhaus jetzt da steht und als Inklusionsprojekt genutzt wird. Besonders darf auch erwähnt werden, dass die ganze Planung mit den Architekten May, die Zusammenarbeit der Lebenshilfe mit Frank Reisinger, damals Geschäftsführer und Werner Berschneider, damals 1. Vorsitzender der Lebenshilfe, mit dem Förderverein und mit allen Gewerken in guter Weise und in harmonischer Kooperation stattfinden konnte. Besonders bemerkenswert bei einem solchen Bauprojekt: Die Restaurierungskosten wurden in ihrer veranschlagten Höhe nicht überschritten.
Fotos
Außenansicht des Rainhauses
Begegnungsraum beim Ausbau
Werner Berschneider und Karin Reiser präsentieren die Nachbildung der Dellerschen Totentafel, die als Original im Cavazzen aufbewahrt wird. Sie stammt aus dem Jahr 1604 und darauf ist das Rainhaus erstmalig abgebildet. Das Bayrische Fernsehen war zu Dreharbeiten ins Rainhaus gekommen und es entstand ein Kurzfilm über die Geschichte und Restaurierung des Rainhauses.
Die Nachbildung der Tafel hängt nun in einem der Gänge des Rainhauses.
Tag des offenen Denkmals 2019, Werner Berschneider und Architekt May erklären den Mitgliedern des Rainhausvereins die Geschichte über die Restaurierung des Rainhauses 2014 - 2019
Blick zum Waschhaus, das zum Rainhaus gehört und nun für Gartenmöbel genutzt wird.
Blick vom Begegnungsraum Richtung Pfänder
Blick aus der Dachgaube Richtung Westen, der schöne Stufengiebel rückt dabei in den Blickwinkel
Eine der Wohnungen während der Restaurierung, die alten original erhaltenen Balken wurden dabei so freigelegt und restauriert, dass fast in jeder Wohnung diese historischen Elemente sehr dekorativ sichtbar sind.
Impressionen des Rainhauses, teilweise noch während der Bauphasen.
München, 29.5.2019
Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Preisverleihung Denkmalschutzmedaille 2019
Ehrung mit Medaille für besonderen Denkmalschutz
Das Bayr. Staatsministerium für Wissenschaft, Kunst und Kultur hat Werner Berschneider für den Verein Kulturerbe Rainhaus e.V. und Frank Reisinger, Geschäftsführer der Lebenshilfe eingeladen zu einer feierlichen Ehrung für besonderen Verdienst für das Denkmalschutzprojekt Rainhaus. Kultusminister Bernd Siebler überreichte feierlich an Hr.
Das Bayr. Staatsministerium für Wissenschaft, Kunst und Kultur hat Werner Berschneider für den Verein Kulturerbe Rainhaus e.V. und Frank Reisinger, Geschäftsführer der Lebenshilfe eingeladen zu einer feierlichen Ehrung für besonderen Verdienst für das Denkmalschutzprojekt Rainhaus. Kultusminister Bernd Siebler überreichte feierlich an Hr. Reisinger und Hr. Berschneider je eine Medaille und eine Urkunde, um das besonders gut umgesetzte Projekt Rainhaus zu würdigen. Für den Rainhausverein waren auch noch dessen Vorstandsmitglieder Karin und Roland Reisert und Eugen Baumann mit dabei.
Ein schöner Moment, die Würdigung und Wertschätzung des Rainhauses auf höchster Bayrischer Regierungsebene erleben zu dürfen.
Dr. Maria Berschneider * 1943 ✝2015
Ihr unermüdlicher Einsatz für Gutes ist beispielhaft und hat beigetragen, das vom Zerfall bedrohte Rainhaus zu retten. Es ist nicht das erste Projekt, das sie gerettet hat. Davor haben Maria und Werner Berschneider schon weitere historische Baudenkmäler saniert und damit langfristig erhalten – das Orthaus in Lindau, die Gfrörnenkapelle in
Ihr unermüdlicher Einsatz für Gutes ist beispielhaft und hat beigetragen, das vom Zerfall bedrohte Rainhaus zu retten. Es ist nicht das erste Projekt, das sie gerettet hat. Davor haben Maria und Werner Berschneider schon weitere historische Baudenkmäler saniert und damit langfristig erhalten – das Orthaus in Lindau, die Gfrörnenkapelle in Wasserburg und drei historische Grabmale am Alten Friedhof in Lindau-Aeschach.
„Im Rainhaus sehen wir die Möglichkeit, soziales Engagement mit dem Engagement für ein Baudenkmal zu verbinden, da ja in dem denkmalgeschützten Gebäude inklusives Wohnen verwirklicht werden soll. Das bedeutet, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam leben können. Wir finden, das ist eine ausgezeichnete Kombination!“
Zitat von Maria Berschneider
Im März 2013 trugen Maria und Werner Berschneider der Stadt Lindau einen Finanzierungsvorschlag zur Rettung des Rainhauses vor. Dies brachte ein Projekt ins Rollen, das mit viel Engagement und Energie Schritt für Schritt zum Erhalt des Rainhauses geführt hat.
Maria Berschneider packte gerne selbst zu und nahm die anstehenden Aufgaben gemeinsam mit ihrem Mann couragiert in die Hand. So konnte in der Anfangszeit durch ihr Wirken ein großer Kreis von Menschen gewonnen werden, die unterstützend für die Idee tätig waren und den „Kulturerbe Rainhaus e.V.“ gründeten (mit Anfangs 157 Mitgliedern). Für die Interessengemeinschaft Rainhaus schafften sie es, etwa 1000 Mitglieder zu motivieren, hinter der Sache zu stehen. Um die Finanzierung in Gang zu bringen, zögerte Maria Berschneider nicht, aus eigenem Vermögen 500.000 € als Beitrag und zur Sicherung des Projekts an die Lebenshilfe zu spenden. Aber nicht nur finanziell hat sich Maria Berschneider eingebracht, sie war auch viele Stunden in ehrenamtlicher Tätigkeit direkt auf der Baustelle und hat Schutt geschaufelt, alte Sanitäreinrichtungen und Möbel ausgeräumt und vieles mehr.
Durch dieses außergewöhnliche Engagement konnte das Rainhaus-Projekt als Inklusives Wohnprojekt 2018 fertiggestellt werden. Sie lebte für die Idee, dass sich mit Willen und Tatkraft gute Ideen verwirklichen lassen. Die Leidenschaft, die Bescheidenheit und die Herzlichkeit von Maria Berschneider macht sie zu einem Vorbild und lässt sie als leuchtendes Beispiel liebenswerter Menschlichkeit unvergessen sein.